Fragen und Antworten zur Gasumstellung von L- auf H-Gas

BS|NETZ steht für die Braunschweiger Netz GmbH. BS|NETZ ist als Nachfolgeunternehmen der Braunschweiger Stadtwerke Netzbetreiber für das gesamte Gasnetz in Braunschweig.

Die Erdgasversorgung in Deutschland erfolgt grundsätzlich entweder mit L-Gas oder mit H-Gas. Diese unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung und somit ihrem Energiegehalt. Der Energiegehalt wird in aller Regel über den sogenannten Brennwert angegeben, der in Kilowattstunden pro Kubikmeter ausgewiesen wird. In der Bezeichnung steht „L“ dabei für „low“ (niedrig), „H“ steht für „high“ (hoch) – der Brennwert von H-Gas ist entsprechend höher ist als der von L-Gas. Dabei kann der Brennwert je nach Herkunft und chemischer Zusammensetzung weiter schwanken.

L-Gas wird in den Niederlanden und in Deutschland gefördert, H-Gas in der ganzen Welt. Deutschland bezieht derzeit H-Gas vorwiegend aus Norwegen und Russland. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit ergeben sich auch unterschiedliche Anforderungen an technische Geräte, die entsprechend der Erdgasqualität eingestellt werden müssen. Die Abrechnung der verbrauchten Energiemengen erfolgt in kWh, so dass eine gleiche Preisbasis unabhängig von der Erdgasqualität vorhanden ist.

Die L-Gas-Versorgung wurde bislang durch eigene Produktion in Deutschland sowie Importen aus den Niederlanden sichergestellt. Da davon ausgegangen wird, dass die niederländischen Gasfelder in der näheren Zukunft erschöpft sind, haben die niederländischen Versorger damit begonnen, die Verträge zur Versorgung mit L-Gas nicht mehr zu verlängern. So erfolgt eine schrittweise Reduzierung der Liefermengen bis zum Jahr 2030. Dieser Rückgang kann aber nicht durch innerdeutsche L-Gasförderung ausgeglichen werden. Daher ist eine Umstellung auf H-Gas erforderlich. Dieses wird auch längerfristig noch in ausreichender Menge verfügbar sein und macht den Großteil der weltweiten Erdgasvorkommen aus.

An der gewohnt verlässlichen Versorgung mit Erdgas ändert sich durch die Umstellung von Erdgas L auf Erdgas H für Sie nichts. Weil die Gase unterschiedliche Brenneigenschaften haben, ist allerdings eine Anpassung aller Gasgeräte – von der Heizungsanlage bis zum Gasherd - notwendig.

Zunächst muss BS|NETZ alle Gasgeräte ohne jegliche Ausnahme erfassen. Nur so kann BS|NETZ sicher stellen, dass kein Gerät vergessen wird. Grundsätzlich muss jedes Gerät angepasst werden. Es gibt jedoch einige wenige Ausnahmen, die bei der Erhebung festgestellt werden.

In den meisten Fällen wird eine Düse im Gerät ausgetauscht und danach eine Einstellung des Brenners vorgenommen. Grundsätzlich wird wie folgt vorgegangen:

Der Techniker prüft zuvor, ob sich das Gerät in einem ordnungsgemäßen, mangelfreien Zustand befindet. Dann nimmt er das Gerät außer Betrieb und schließt die Gaszufuhr. Die entsprechenden Gasdüsen werden gewechselt, um die Gaszufuhr auf den höheren Heizwert des neuen Gases anzupassen. Bei manchen Geräten sind zusätzliche Einstellungen in der Geräteregelung vorzunehmen, bei anderen Geräten an den Reglern der Gaszufuhr. Anschließend wird das Gerät ordnungsgemäß geschlossen und an allen vorher geöffneten gasführenden Teilen wird eine Überprüfung der Dichtheit durchgeführt. Abschließend wird das Gerät als „angepasst“ gekennzeichnet.

Soweit das Gerät anpassungsfähig ist, entstehen für den einzelnen Kunden keine unmittelbaren Kosten. Die Kosten für Erhebung, Anpassung als auch alle weiteren Maßnahmen werden durch den Netzbetreiber getragen. Die durch die Umstellung von L- auf H-Gas anfallenden Kosten werden entsprechend den Vorgaben aus § 19a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) auf alle Netze innerhalb Deutschlands umgelegt. Dabei beträgt die bereits in den Netzentgelten enthaltene Umlage für 2016 0,0865 €/kWh/h/a. – zum Vergleich: die bundesweite Biogasumlage liegt bei 0,59458 EUR/kWh/h/a.

Zwar ist der Marktpreis für H-Gas höher als der für L-Gas, aber für denselben Heizeffekt wird weniger H-Gas benötigt, da H-Gas einen höheren Energiegehalt besitzt als L-Gas. Der Kunde bekommt aber die verbrauchten Kilowattstunden in Rechnung gestellt und nicht das mengenmäßig verbrauchte Gas. Die Menge der Kilowattstunden und die daraus resultierenden Kosten sind also gleich, egal ob H- oder L-Gas verwendet wird. Weniger Kubikmeter Erdgas bedeuten trotzdem gleich viele Kilowattstunden.

In Braunschweig wird die Umstellung in den Jahren 2019, 2020 und 2021 erfolgen. Die Erhebung der Gasgeräte erfolgt daher voraussichtlich frühestens Mitte 2017. Die betroffenen Stadtgebiete sind in Umstellbezirke aufgeteilt.

In Braunschweig sind etwa 53.000 Kunden mit schätzungsweise 70.000 bis 80.000 Endgeräten (Heizungsanlagen, Warmwasserbereitung usw.) von der Umstellung betroffen. Deutschlandweit sind es schätzungsweise 4,5 bis 5 Mio. Kunden (Haushalte, Industriebetriebe usw.), die insgesamt über 6 Mio. Endgeräte verfügen.

Der Kernprozess der Anpassung besteht aus:

  • der Erhebungsphase beginnend ab August 2017 in der alle Gasgeräte registriert werden.
  • der Anpassungsphase in den Jahren 2019, 2020 und 2021, in der alle Gasgeräte entsprechend der Notwendigkeit angepasst werden.
  • der Qualitätssicherung bei der ca. 10 Prozent der Erhebungsarbeiten und ca. 10 Prozent der Anpassungsarbeiten einer Kontrolle unterzogen werden.

In welchem Jahr Sie dran sind finden Sie auf unserer Homepage unter Zeitplan

Sie werden in jedem Fall schriftlich benachrichtigt, wann wir einen Techniker zu Ihnen schicken. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, diesen Terminvorschlag zu ändern. Rufen Sie dazu einfach bei unserer kostenlosen Hotline 0800-383 4000 an. In Einzelfällen kann es vorkommen, dass ein Anschreiben Sie nicht direkt erreicht, sondern bei Ihrem Vermieter, Ihrer Hausverwaltung, Ihrem Mieter oder einer anderen Person ankommt. Daher nehmen wir gerne Ihre Daten auf, um Sie zukünftig als Ansprechpartner zu dem Gerät zu hinterlegen.

Die Techniker können sich mit Lichtbildausweisen von BS|NETZ – erkennbar am Logo - legitimieren. Alle Techniker tragen Arbeitskleidung von BS|NETZ. Im Zweifelsfall können Sie gerne unsere kostenlose Hotline 0800-383 4000 anrufen und sicherstellen, dass der Techniker tatsächlich von der Anpassungsfirma geschickt worden ist. Daneben kann Ihnen der Anpassungstechniker eine individuelle Zugangsnummer nennen, die Sie auch auf dem Ankündigungsschreiben finden.

Ja, es gibt gemäß §19 a Absatz 3 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) die Möglichkeit einen Kostenerstattungsanspruch geltend zu machen.

Den Anspruch auf Kostenerstattung haben Sie, wenn Sie ihr altes Gasgerät gegen ein Neugerät, gemäß §19 a Absatz 3 Energiewirtschaftsgesetz, getauscht haben. Dafür müssen die folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Ordnungsgemäße Verwendung des Altgeräts.
  • Installation des Neugeräts durch ein eingetragenes Fachunternehmen
  • Das Neugerät muss nicht mehr im Rahmen der Gasumstellung angepasst werden.
  • Der Austausch des Gerätes fand vor Anpassung des alten Gasgerätes statt. 

Erstattungsfähig ist der Austausch jedes Gasgerätes für das ein Nachweis der ordnungsgemäßen Verwendung vorliegt. Mögliche Nachweise sind:

  • die schriftliche Bestätigung durch einen Vertragsinstallateur eines in Braunschweig eingetragenen Fachunternehmens 
  • oder der Beleg der letzten Immissionsschutzmessung von dem Schornsteinfeger.

Die Erstattung ist nur möglich für Geräte, die nicht mehr angepasst werden müssen. Das sind zum Beispiel moderne Brennwertgeräte, die mit der Kategorie I2N nach DIN EN 437 gekennzeichnet sind. Die Kategorie beinhaltet selbstadaptierende Geräte mit CE und DE Kennzeichnung, die ohne Einstellung bzw. Anpassung im Gesamtbereich der Erdgasgruppen H, L und LL nach G 260 einsetzbar sind. Sowie Geräte, die andere Primärenergieträger nutzen.

Der Erstattungsanspruch beträgt einmalig 100 Euro für jedes Neugerät.

Die Kostenerstattung können Sie als Gasverbrauchskunde in Braunschweig über den Erstattungsantrag bei uns beantragen. Füllen Sie den Antrag mit Ihren Kundendaten und die dazugehörigen Daten zum Netzanschlusspunkt (Standort des Geräts und Zählernummer) komplett aus.

Bitte legen Sie folgende Nachweise Ihrem Erstattungsantrag bei:

  • Nachweis über die ordnungsgemäße Installation und Verwendung des Altgerätes sowie über die Installation des Neugerätes. Die Nachweise sind im Antrag von Ihrem Installateur auszufüllen und zu unterschreiben.
  • Kopie der Fertigmeldung 
  • Kopie der Rechnung des Neugeräts.

 
Den Antrag finden Sie hier auf unserer Homepage 

Die Unterlagen sind vollständig und unterschrieben an der folgenden Adresse abzugeben oder können postalisch zugesandt werden:

Braunschweiger Netz GmbH
Gasbüro
Taubenstraße 7
38106 Braunschweig

Der Erstattungsanspruch entsteht ausschließlich bei einem Austausch vor dem Anpassungstermin des alten Gasgeräts. Für bereits angepasste Gasgeräte ist eine Erstattung somit nicht möglich.

Die Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie alle anderen Fördermittel zur Energieeffizienz können unabhängig von diesem Kostenerstattungsanspruch beantragt werden. 

Sollten Sie noch weitere Fragen rund um das Thema „Gasumstellung“ haben, können Sie uns gerne im eingerichteten Gasbüro besuchen oder bei unserer kostenlosen Kundenhotline anrufen.

Sie erreichen die Hotline Mo.-So. von 7 Uhr bis 20 Uhr

Telefonische Kundenhotline: 0800-383 4000

Gasbüro: Taubenstraße 7, 38106 Braunschweig

Email: gasbuero( at )bs-netz.de

BS|NETZ hat zusammen mit anderen beteiligten Netzbetreibern ein umfangreiches Informationsportal im Internet erstellt. Unter www.erdgas-umstellung.de sind ausführliche Informationen zur bundesweiten Gasumstellung zu finden.

Erklärlöwe